Heute in Te Deum
Montag · 6. Februar 2012
Die Sonne hat der Herr an den Himmel gestellt;
1 Könige 8,12b
er hat aber gesagt, er wolle im Dunkel wohnen.
Paul Miki und Gefährten
Der japanischer Jesuit Paul Miki und seine Gefährten, zwei japanische Jesuiten, sechs spanische Franziskaner und 17 Franziskaner-Terziaren wurden am 6. Februar 1597 in Nagasaki ihres Glaubens wegen gekreuzigt und verbrannt. Die 1549 vom hl. Franz Xaver begonnene Gemeindemission zählte 1580 schon 160.000 Gläubige und war ab 1587 furchtbaren Verfolgungen ausgesetzt. Erst im 19. Jahrhundert war Japan wieder für die Missionsarbeit zugänglich. 1862 wurden Paul Miki und seine Gefährten heiliggesprochen.
L: Gal 2,19–20; E: Mt 28,16–20
Morgenlob
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)
Hymnus
Du Herr der Welten, treuer Gott,
dem Tag und Nacht gehorchen,
du gibst dem Morgen hellen Glanz,
dem Mittag Glut und Fülle.
Du, Gott, vor dem die Zeiten stehn,
vor dir steht unser Leben.
Es kommt von dir, es geht zu dir,
so führ uns deine Wege.
Dem Vater und dem Sohn sei Lob,
dem Heilgen Geist sei Ehre,
wie es vor allem Anfang war,
jetzt und für alle Zeiten. Amen.
Stundengebet Abtei Kellenried
PSALM 13
Verse 2–6
Wie lange noch, Herr, vergisst du mich ganz? *
Wie lange noch verbirgst du dein Gesicht vor mir?
Wie lange noch muss ich Schmerzen ertragen
in meiner Seele, /
in meinem Herzen Kummer Tag für Tag? *
Wie lange noch darf mein Feind
über mich triumphieren?
Blick doch her, erhöre mich, Herr, mein Gott, *
erleuchte meine Augen,
damit ich nicht entschlafe und sterbe,
damit mein Feind nicht sagen kann: *
»Ich habe ihn überwältigt«,
damit meine Gegner nicht jubeln, *
weil ich ihnen erlegen bin.
Ich aber baue auf deine Huld, *
mein Herz soll über deine Hilfe frohlocken.
Singen will ich dem Herrn,
weil er mir Gutes getan hat.
Gütiger Gott, sieh auf uns und wende dich uns zu, dann ist uns geholfen.
Lesung
Markus 6,55
Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Tragbahren zu Jesus, sobald sie hörten, wo er war.
Benedictus - Lobgesang des Zacharias
Antiphon:
So hat der Herr verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten.
Bitten
Wir beten zu Gott, der unsere Not und Sorgen kennt:
A: Gott, stehe uns bei.
– Befreie uns von dem, was uns bedrückt und von dir trennt.
– Mach uns bereit, allezeit zu dir zu gehen.
– Befähige uns, auch andere zu dir zu führen.
Vaterunser
Jesus Christus schenkt allen, die zu ihm kommen, Leben und Heil. Mit seinen Worten können wir zum Vater beten: Vater unser im Himmel …
Segen
Gott, allmächtiger Vater, segne uns.
Komme zu uns, wo wir auch immer sind.
Rufe uns heraus, wo wir uns auch verstecken.
Bleibe bei uns, wie weit wir uns auch von dir entfernen.
Amen.
Ora et labora
Dann werden wir Gottes heilige Liebe recht erkennen, wenn wir zuvor Schmerz erlitten haben. Als ich alles dieses sah, musste ich zugeben, dass die Barmherzigkeit und die Verzeihung Gottes unsern Kummer mäßigt und ihn ganz zunichte macht.
Juliana von Norwich (um 1343– nach 1413; Mystikerin)
Schriftlesung
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Gott, mach uns bereit, dein Wort in uns aufzunehmen.
Lesung
1 Könige 8,1–7.9–13
In jenen Tagen versammelte Salomo die Ältesten Israels, alle Stammesführer und die Häupter der israelitischen Großfamilien bei sich in Jerusalem, um die Bundeslade des Herrn aus der Stadt Davids, das ist Zion, heraufzuholen.
Am Fest im Monat Etanim, das ist der siebte Monat, kamen alle Männer Israels bei König Salomo zusammen. In Gegenwart aller Ältesten Israels nahmen die Priester die Lade und brachten sie zugleich mit dem Offenbarungszelt und den heiligen Geräten, die im Zelt waren, hinauf. Die Priester und die Leviten übernahmen den Trägerdienst.
König Salomo aber und die ganze Gemeinde Israels, die bei ihm vor der Lade versammelt war, schlachteten Schafe und Rinder, die man wegen ihrer Menge nicht zählen und nicht berechnen konnte. Darauf stellten die Priester die Bundeslade des Herrn an ihren Platz, in die Gotteswohnung des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Kerubim. Denn die Kerubim breiteten ihre Flügel über den Ort, wo die Lade stand, und bedeckten sie und ihre Stangen von oben her.
In der Lade befanden sich nur die zwei steinernen Tafeln, die Mose am Horeb hineingelegt hatte, die Tafeln des Bundes, den der Herr mit den Israeliten beim Auszug aus Ägypten geschlossen hatte.
Als dann die Priester aus dem Heiligtum traten, erfüllte die Wolke das Haus des Herrn. Sie konnten wegen der Wolke ihren Dienst nicht verrichten; denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus des Herrn. Damals sagte Salomo:
Der Herr hat die Sonne an den Himmel gesetzt; er selbst wollte im Dunkel wohnen. Ich habe ein fürstliches Haus für dich gebaut, eine Wohnstätte für ewige Zeiten.
Impuls
Die Israeliten leben umringt von Völkern, die einen vorzeigbaren Gott verehren, während sie selbst an den unsichtbaren Gott Jahwe glauben. Umso schwieriger ist es, dem spöttischen »wo ist denn euer Gott?« der Nachbarvölker standzuhalten. Zumindest haben sie einen sichtbaren Hinweis auf Gott: die Bundeslade mit den zehn Geboten. Bei besonderen Gelegenheiten wird sie als Zeichen der Gegenwart Gottes öffentlich präsentiert. Doch allmählich wächst das Bedürfnis, Gott an zentraler Stelle einen Tempel zu errichten, damit jeder weiß, wo Gott zu finden ist. So wird der Tempel in Jerusalem unter Salomo gebaut. Die Bundeslade hat hier ihren festen Platz.
Die Frage »Wo ist Gott?« ist eine existenziell wichtige Frage, die darauf hinzielt, sich der Gegenwart Gottes, seiner Stärke, seiner Hilfe und seiner Güte zu versichern. Deshalb ist es ein Urbedürfnis des Menschen, Gott einen »Ort« zu geben. Doch ein Gotteshaus ist nicht der Wohnsitz Gottes. Die Zerstörung des ersten Tempels und des wieder aufgebauten zweiten Tempels im Abstand von rund sechshundert Jahren weist darauf hin, dass unsere Bilder immer wieder zerbrochen werden müssen – ohne dass Gott und der Glaube dadurch Schaden nehmen. Wir brauchen Bilder. Aber wir sollten sie nicht für die Sache selbst halten. Denn Gott lässt sich in keinen Tempel einzwängen. Das erkennt auch Salomo, wenn er sagt: »Der Herr hat die Sonne an den Himmel gesetzt; er selbst wollte im Dunkel wohnen.«
Evangelium
Markus 6,53–56
In jener Zeit fuhren Jesus und seine Jünger auf das Ufer zu, kamen nach Gennesaret und legten dort an.
Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sofort. Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie hörten, wo er war.
Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen.
Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.
Impuls
Jesus begegnet den Menschen mit einer »Zärtlichkeit, die immer heilend wirkt: durch Worte, durch Handauflegen, das man ja auch Streicheln nennen kann, durch Küsse, eine gemeinsame Mahlzeit…« (Heinrich Böll). Weil er keine Berührungsängste hat, weil er sich von menschlicher Not anrühren lässt und spürt, was der andere braucht. Gott ist Liebe, ist Zärtlichkeit, ist Berührung.
Gebet
Gott der Zärtlichkeit, alles, was uns trifft, sei es Freude und Glück, sei es Trauer und Leid, trifft auch dich. Du freust dich an unserer Freude, du trauerst mit unserer Trauer, du leidest mit unserem Leid. Berühre uns mit deiner zärtlichen Liebe, damit wir deine Nähe spüren und selbst zu Menschen werden, die zart und behutsam miteinander umgehen. Amen.
Abendlob
O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)
HYMNUS
Herr, Gott, du Ursprung aller Ding’,
als du die ganze Welt erschufst,
hast du das weite All erfüllt
mit deiner Gaben Überfluss.
Und da das große Werk vollbracht,
hast du geruht am siebten Tag,
damit auch wir von unsern Mühn
ausruhen und erleichtert sind.
Uns, die dem Tod entgegengehn,
gewähr den Geist der Buße,
Herr, gib uns den Eifer für dein Reich,
beschenke uns mit deinem Heil.
Und wenn uns vor dem Endgericht
die große Todesangst befällt,
dann hol uns in die Freude heim;
lass uns in deinem Frieden ruhn.
Neues Stundenbuch
Melodie: GL 220 • KG 455
PSALM 68
Verse 25–30a
Gott, sie sahen deinen Einzug, *
den Einzug meines Gottes und Königs ins Heiligtum:
voraus die Sänger, die Saitenspieler danach, *
dazwischen Mädchen mit kleinen Pauken.
Versammelt euch und preist unsern Gott, *
den Herrn in der Gemeinde Israels:
voran der kleine Stamm Benjamin, /
im Zug die Fürsten von Juda, *
die Fürsten von Sebulon, die Fürsten von Naftali.
Biete auf, o Gott, deine Macht, /
die Gottesmacht, die du an uns erwiesen hast *
von deinem Tempel aus, hoch über Jerusalem.
Ewiger Gott, du bist größer als alles, was wir denken können, doch du lässt dich von uns finden. Zeige dich uns und erweise an uns deine Macht.
LESUNG
1 Könige 8,1
In jenen Tagen versammelte Salomo die Ältesten Israels, alle Stammesführer und die Häupter der israelitischen Großfamilien bei sich in Jerusalem, um die Bundeslade des Herrn aus der Stadt Davids, das ist Zion, heraufzuholen.
Magnifikat – Lobgesang Mariens
Antiphon:
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Fürbitten
Gott, unser Vater, deine Herrlichkeit erfüllt Himmel und Erde, wir bitten dich:
A: Herr, unser Gott, erhöre uns.
– Für die Christen in Japan.
– Für die Ärzte und das Pflegepersonal in unseren Krankenhäusern.
– Für die Opfer des Tsunami und der Atomkatastrophe in Fukushima.
– Für alle Menschen, die nach Gott suchen.
Vaterunser
Auf viele Weisen und mit vielen Gebeten haben Menschen Gott gesucht. Gott selber lehrt uns beten. So beten wir mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …
Segen
Gott, lege dein Wort in uns.
Beschütze uns mit den Flügeln deiner Engel.
Erfülle uns mit deiner Herrlichkeit.
Mache uns zu deinem Tempel und segne uns.
Amen.