Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Johannes 16,20
Ihr werdet weinen und klagen,
aber die Welt wird sich freuen;
ihr werdet traurig sein,
doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.
Johannes I.
Johannes I. wurde 523, schon betagt, zum Papst gewählt. Durch König Theoderich wurde er in den Machtkampf zwischen dem oströmischen Reich in Konstantinopel und den Ostgoten, die Anhänger des Arianismus waren, verwickelt. Johannes I. starb am 18. Mai 526 als Gefangener Theoderichs; er wird als Märtyrer verehrt.
L: Offb 3,14b.20–22; E: Lk 22,24–30
Christian Heinrich Zeller
Christian Heinrich Zeller (1779–1860) war zunächst Jurist, widmete sich dann jedoch seiner eigentlichen Leidenschaft, der Erziehung der Jugend. Als engagierter Vertreter der Pädagogik Pestalozzis setzte er dessen Grundsätze um und erhielt mehrere Leitungsaufgaben an verschiedenen Schweizer Schulen. Im ehemaligen Schloss Beuggen bei Rheinfelden gründete er eine Einrichtung, in der Kinder lernen und arbeiten konnten.
Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)
Das Sinnen unsrer Liebe richte sich
auf dich, Gott, der Verzeihung schenkt,
dass du in Güte unsern Herzen
die Reinigung von Schuld gewährst.
Wie Fremdlinge sind wir gekommen
und wie Verbannte seufzen wir,
du bist der Hafen, du die Heimat,
zum Haus des Lebens führe uns.
Glücksel’ge Liebe, die nach dir,
dem Quell des Lebens, Durst verspürt,
o Wahrheit! – Selig sind die Augen
des Volkes, das dich schauen darf.
Die Feier deines Lobs gereiche
dir nun zur größ’ren Herrlichkeit,
und ohne Ende sie begeht,
wer aus dem Staub sein Herz erhebt.
Gewähre dies, du milder Vater,
und du, Einz'ger, dem Vater gleich,
zusammen mit dem Tröstergeist
herrschend in Zeit und Ewigkeit. Amen.
Nach »Amoris sensus erige« (10. Jh.)
Verse 7–13
Im sicheren Glück dachte ich einst: *
Ich werde niemals wanken.
Herr, in deiner Güte *
stelltest du mich auf den schützenden Berg.
Doch dann hast du dein Gesicht verborgen. *
Da bin ich erschrocken.
Zu dir, Herr, rief ich um Hilfe, *
ich flehte meinen Herrn um Gnade an.
Ich sagte: /
Was nützt dir mein Blut, wenn ich begraben bin? *
Kann der Staub dich preisen, deine Treue verkünden?
Höre mich, Herr, sei mir gnädig! *
Herr, sei du mein Helfer!
Da hast du mein Klagen in Tanzen verwandelt, *
hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit
Freude umgürtet.
Darum singt dir mein Herz und will nicht verstummen. *
Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.
Gott, du unser Helfer, in der Auferstehung Jesu hast du uns einen Vorgeschmack der künftigen Freude gegeben. Stärke unsere Hoffnung und schenke uns die ewige Freude bei dir.
Johannes 16,22
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude.
Ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln.
Wir beten zu Gott, der uns die Freude über unsere Erlösung schenkt:
A: Gott, sei uns gnädig.
– Hilf uns, auch im Leiden an der Freude und der Hoffnung festzuhalten.
– Bereite uns, dass wir als neue Menschen geboren werden.
– Schenke uns bei dir das Wiedersehen mit allen, die wir lieben.
Gott hat uns in unserer Errettung durch Jesus Christus Grund zur Freude gegeben. Wir beten voll Freude: Vater unser im Himmel …
Gott, segne unsere Tränen über das Leid in der Welt.
Segne unsere Tränen, die die Härte unser Herz lösen.
Wandle unsere Tränen in die Freude, bei dir zu sein.
Amen.
Ich bin allerdings der Meinung, dass die Freudlosigkeit, die weithin über dem Leben, auch dem christlichen liegt und es so grau und unansehnlich erscheinen lässt, zum großen Teil darin begründet ist, dass die Buße nicht ernst genommen wird. Buße heißt für uns Christen, entschlossen und kompromisslos auf der Seite Jesu zu bleiben.
Franz Hengsbach (1910–1991; erster Bischof von Essen, Kardinal)
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Dein Wort, Gott, nehme uns die Angst und verleihe uns Kraft.
Apostelgeschichte 18,9–18
Als Paulus in Korinth war, sagte der Herr nachts in einer Vision zu ihm: Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir, niemand wird dir etwas antun. Viel Volk nämlich gehört mir in dieser Stadt. So blieb Paulus ein Jahr und sechs Monate und lehrte bei ihnen das Wort Gottes.
Als aber Gallio Prokonsul von Achaia war, traten die Juden einmütig gegen Paulus auf, brachten ihn vor den Richterstuhl und sagten: Dieser verführt die Menschen zu einer Gottesverehrung, die gegen das Gesetz verstößt.
Als Paulus etwas erwidern wollte, sagte Gallio zu den Juden: Läge hier ein Vergehen oder Verbrechen vor, ihr Juden, so würde ich eure Klage ordnungsgemäß behandeln. Streitet ihr jedoch über Lehre und Namen und euer Gesetz, dann seht selber zu! Darüber will ich nicht Richter sein. Und er wies sie vom Richterstuhl weg. Da ergriffen alle den Synagogenvorsteher Sosthenes und verprügelten ihn vor dem Richterstuhl. Gallio aber kümmerte sich nicht darum.
Paulus blieb noch längere Zeit. Dann verabschiedete er sich von den Brüdern und segelte zusammen mit Priszilla und Aquila nach Syrien ab. In Kenchreä hatte er sich aufgrund eines Gelübdes den Kopf kahl scheren lassen.
»Erfolg ist keiner der Namen Gottes« (Martin Buber). Das hat Paulus am eigenen Leib erfahren. Er hat sich buchstäblich mit Leib und Seele für die Verkündigung des Evangeliums eingesetzt, aber oft war der Erfolg sehr spärlich und die Anfeindungen heftig. Erfolg des Evangeliums – im Sinn von gefüllten Kirchen, begeisterten Christen – ist auch heute kein Name Gottes. Umso weniger sollten wir als Kirche Christi unsere Identität an Mitgliederzahlen und Gottesdienstbesuchern messen, sondern an der Glaubwürdigkeit unseres Auftretens.
Johannes 16,20–23a
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln.
Wenn die Frau gebären soll, ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist.
So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude. An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen.
Jesus verspricht seinen Jüngern, dass sich ihr Schmerz über seinen Abschied in Freude verwandeln wird, so wie sich die Geburtsschmerzen einer Frau in Freude verwandeln, wenn sie ihr Kind in den Armen hält. Es gibt eine Freude, die uns genommen werden kann. Das ist die flache Freude, die die Schattenseiten des Daseins nicht wahrnehmen will. Sie bagatellisiert oder narkotisiert das Leid. Aber es gibt auch eine Freude, die uns nicht mehr genommen wird. Das ist die tiefe Freude, die durch die Wehen der »Geburtsschmerzen« hindurchgegangen ist. Wir können uns nicht dem Leben entziehen, das hier und jetzt das unsere ist, aber die Hoffnung gibt den Blick frei über das hinaus, was uns unmittelbar vor Augen steht. Jede Erfahrung von Glück, jede purpurne Stunde, jede Geste der Liebe sind Vorahnung und Vorwegnahme jener Freude, die uns nicht mehr genommen werden kann. Aber jetzt ist noch nicht Fülle, jetzt noch gibt es Tränen, Sorgenberge, schlaflose Nächte. Jetzt noch sind die Perioden des Glücks wie die Pausen zwischen den »Wehen«, in denen wir spüren, dass neues Leben werden wird. Das ist viel. Aber das Beste kommt noch.
Gott im Auf und Ab unseres Lebens, du hast uns eine Freude verheißen, die wir uns nicht einmal in unseren kühnsten Träumen vorstellen können. Aber auf dem Weg zu dieser Freude ist uns das Leben Tag für Tag aufgegeben, Leben, das nicht immer eitel Sonnenschein ist, sondern uns vor Herausforderungen stellt, die Leid und Schmerzen verursachen. Hilf uns, unser Leben so anzunehmen, wie es sich uns darbietet, und darauf zu vertrauen, dass wir einmal ankommen in der Freude, die du uns bereitet hast. Amen.
O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)
Guter König und Herr,
der uns das Licht erschuf,
der dem Wechsel der Zeit
sichere Ordnung gab -
da die Sonne nun sinkt
und sich das Dunkel mehrt,
sei uns Leuchte und Licht,
Christus, dein Angesicht.
Wie du Israels Volk
einst durch die Nacht geführt,
ihm als feuriger Schein
Richtung und Weg gezeigt,
so geleite auch uns,
die wir im Finstern gehn,
zieh uns leuchtend voran,
Flamme, die nie erlischt.
Was kann würdiger sein,
nun, da der Tag sich neigt,
als dem währenden Licht
Lob und Gesang zu weihn:
Gott, der strahlend im Glanz
ewiger Helle wohnt,
ihm sei Ehre und Preis
jetzt und durch alle Zeit. Amen.
Nach „Inventor rutili, dux bone, luminis“; Prudentius († nach 405)
Weisheit 3,7–9
Beim Endgericht werden die Gerechten aufleuchten *
wie Funken, die durch ein Stoppelfeld sprühen.
Sie werden Völker richten und über Nationen herrschen *
und der Herr wird ihr König sein in Ewigkeit.
Alle, die auf ihn vertrauen, werden die Wahrheit erkennen *
und die Treuen werden bei ihm bleiben in Liebe.
Denn Gnade und Erbarmen *
wird seinen Erwählten zuteil.
Gerechter Gott, wer auf dich vertraut, wird nicht verloren gehen. Stärke unseren Mut in allen Anfechtungen und Leiden.
Apostelgeschichte 18,9–10a
Als Paulus in Korinth war, sagte der Herr nachts in einer Vision zu ihm: Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir, niemand wird dir etwas antun.
Wenn die Frau das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist.
Wir beten zu Gott, unserem Schöpfer, der um jeden von uns weiß:
A: Höre die Bitten deines Volkes.
– Für die Seelsorger und Seelsorgerinnen in unseren Gemeinden.
– Für die Soldaten in Auslandseinsätzen und ihre Familien.
– Für alle Frauen, die ein Kind erwarten.
– Für die Menschen, die sich nur von Gewalt Hilfe versprechen.
Gott steht uns auch in Misserfolgen bei. In seinem Reich werden unsere guten Absichten ihre Frucht bringen. Wir beten um das Kommen seines Reichs: Vater unser im Himmel …
Gott, segne unser Schweigen, wenn wir auf dich hören.
Segne unser Reden, wenn wir dich bezeugen.
Segne unser Handeln, wenn wir deinen Willen tun.
Amen.