Das Kloster Maria Laach gehört zu den ungefähr 60 benediktinischen Männer- und Frauenklöstern in Deutschland; weltweit sind es über 1000.
Wie bei den Benediktinern
üblich, verbringt der Mönch sein ganzes Ordensleben in ein und
demselben Kloster. Er wird nicht, wie in anderen Orden,
versetzt. Also leben Junge und Alte unter einem Dach und bilden eine Gemeinschaft,
eine Bruderschaft; sie begegnen einander als Brüder im Geist Jesu
Christi. Die Jüngeren sollen die Älteren ehren, die Älteren
die Jüngeren lieben (Benediktregel).
Als Brüder sind sie füreinander da im gegenseitigen Dienen in allen Bereichen.
Die christlich gelebte Brüderlichkeit ist es, die das Zusammenleben von
so vielen nach Charakter, Herkunft und Bildung verschiedenen Menschen möglich
und fruchtbar macht. Alle, die durch ihre Gelübde auf Lebenszeit gebunden sind,
haben die gleichen Rechte und Pflichten, unabhängig von Priesterweihe,
Ausbildung und Arbeitseinsatz. Keine Aufgabe und kein Amt dispensiert also vom
Brudersein. Sehr eindringlich bringt die Benediktregel dies zum Ausdruck,
wenn sie sagt: Die Bruderliebe sollen sie einander selbstlos erweisen.
Der Weg vom Eintritt in das Kloster bis zur endgültigen Bindung auf Lebenszeit durchläuft
mehrere Phasen in fünfeinhalb Jahren. Sechs Monate Postulat bilden den Anfang, die Zeit,
in der der Kandidat sich mit dem Klosterleben vertraut macht und sich bezüglich seiner
Eignung prüft und prüfen lässt. Man achte genau darauf, ob er wirklich
Gott sucht, so die Benediktregel. In dieser Zeit kann der Betreffende herausfinden, ob er
für diese Lebensform geeignet und am richtigen Ort ist. In dieser Zeit kann der
Postulant lernen, auch mit seinen Schwächen umzugehen und sich selbst damit zu
akzeptieren, so wie er auch mit Recht erwarten darf, von den anderen akzeptiert zu werden.
Das darauf folgende 11/2-jährige Noviziat wird mit der Einkleidungsfeier eröffnet, in der der Kandidat das klösterliche Gewand erhält und einen Ordensnamen, der die Bedeutung des neuen Lebensabschnittes unterstreicht. Im Novizenunterricht wird er nun noch eingehender mit der klösterlichen Lebensweise vertraut gemacht. Er wird in den Reichtum der Heiligen Schrift eingeführt und zum persönlichen Gebet angeleitet.
Er eignet sich ein Grundwissen in Glaubensfragen an und beschäftigt sich mit der Tradition des Ordens und der Interpretation der Benediktregel. Gesangliche und andere Unterweisungen runden diese Ausbildung ab. Ein geregeltes Maß an Handarbeit sorgt für die nötige Ausgewogenheit. Sinn des Noviziates ist die Klärung der Berufung und die Prägung im benediktinischen Leben. Der Novize soll in innerer und äußerer Freiheit eine Bindung eingehen können. Er wird begleitet vom Novizenmeister, der, wie Benedikt wünscht, geeignet sein soll, Menschen für Gott zu gewinnen. In der zeitlichen Profess auf drei Jahre lässt sich der Novize dann bewusst auf die konkrete Gemeinschaft und ihre Lebensform ein. Die so genannte feierliche Profess schließt die Zeit des Hineinwachsens in das Klosterleben ab. Sie ist die endgültige Bindung an Gott in der konkreten Gemeinschaft des Klosters.
Ins Kloster eintreten und dort alt werden ist ein Lebensprogramm, das Erfüllung verheißt.
Wer sich wirklich einlässt, darf auf ein erfülltes, gesegnetes Leben hoffen, auch
wenn ihm manches "Harte und Schwere", wie es das Leben - und das Leben mit Gott allemal -
immer mit sich bringt, nicht erspart bleiben wird. Es ist ein nicht zu unterschätzendes
Geschenk für die ganze Gemeinschaft, dass die Alten, vom Leben Gesegneten bis an ihr
Lebensende im Kloster bleiben und ihrer Arbeit nachgehen oder sich mit kleinen Diensten nützlich machen.
Wenn
sie auf Hilfe und Pflege angewiesen sind, finden sie diese auf der Krankenstation,
der Infirmerie, durch den Krankenbruder, den Infirmar (zz. Br.Antonius
Trappe OSB); denn die Sorge für die Kranken muss vor und über
allem stehen; man soll ihnen so dienen, als seien sie wirklich Christus
(Benediktregel).
Die Mönche in Maria Laach leben nach der Benediktregel, vereinfacht
ausgedrückt im ora
et labora (Bete und arbeite!). Der gemeinsam gefeierte Gottesdienst
hat Vorrang vor jeder anderen Tätigkeit. Er bestimmt den Rhythmus
des Tages und gibt ihm seine Weihe, er eröffnet, begleitet und beschließt
ihn und durchdringt das Leben der Gemeinschaft und jedes einzelnen Mönchs.
Im Gebet konzentriert sich, was das Leben eines Mönchs ausmacht:
Wandel in Gottes Gegenwart. Die Arbeit wird ganz nüchtern als Notwendigkeit
angesehen. Sie ist nötig, um den Lebensunterhalt zu verdienen, aber
sie dient auch der geistig-geistlichen Formung und der Echtheit des Gebetes,
denn Müßiggang ist der Seele Feind (Benediktregel). Außerdem
ist sie Ausdruck der Liebe. Zuletzt aber dient die Arbeit der Verherrlichung
Gottes.
Die in Maria Laach geleistete Arbeit ist sehr verschieden, wobei die Mönche
in vielen Bereichen von zahlreichen auswärtigen Mitarbeitern unterstützt
werden. Viele verdienen in Maria Laach ihren Lebensunterhalt, und junge Menschen
haben hier in unterschiedlichen Bereichen einen Ausbildungsplatz.
Die wissenschaftliche Arbeit hat ihren Schwerpunkt traditionsgemäß in der liturgischen Forschung. Bereits der hl. Benedikt spricht davon, dass Gäste im Kloster niemals fehlen sollen.
So hat Maria Laach ein großes Gästehaus, das den Suchenden unserer Zeit Aufnahme
und Gesprächsmöglichkeiten bietet. Benediktinische Gastlichkeit ist nach alter
Auffassung Christusdienst. Viele Menschen kommen als einzelne zur stillen Besinnung oder
in Gruppen zu Einkehrtagen und Exerzitien, auch in ökumenischem Bewusstsein.
Immer wieder feiern Besucher den täglichen Gottesdienst mit und erfreuen sich an
der wunderschönen romanischen Abteikirche in einer herrlichen Landschaft. In der
Empfangshalle werden zudem viele Touristen mit einem
Kurzfilm in die Welt von Maria
Laach eingeführt.
Die Gebäudlichkeiten des Klosters, umschlossen von der so genannten
Klausurmauer, dienen der Konzentration auf das Wesentliche, die Gottsuche,
und ermöglichen die Atmosphäre für ein geistliches Leben.
Außerdem bieten sie die äußeren Bedingungen für
das Klosterleben.
Mittelpunkt eines Benediktinerklosters ist die Kirche, in der täglich
mehrmals das Lob Gottes gesungen wird. Ihr gegenüber nach Süden
hin befindet sich der Speisesaal der Mönche, das Refektorium, wo
unter Stillschweigen und Tischlesung die gemeinsamen Mahlzeiten eingenommen
werden. Dahinter steht der Gedanke der Speisung des geistigen und leiblichen
Menschen.
Im Kapitelsaal versammeln sich die Mönche zu offiziellen Beratungen
in den Angelegenheiten, die alle betreffen. Außerdem finden hier
regelmäßig geistliche Unterweisungen durch den Abt statt, in
denen er seine Mitbrüder auf dem Weg der Gottsuche erhält. Hier
werden die neuen Brüder als Novizen eingekleidet, und hier legen
sie auch die zeitliche Profess ab. Am Ort des Beginns ihres Klosterlebens
werden die Verstorbenen bis zum Tag ihrer Beisetzung aufgebahrt.
Wichtig für das Leben im Kloster ist die Bibliothek, die den Mönchen
hilft, geistig und geistlich beweglich zu bleiben.
Diese Haupträume des Klosters sind im Quadrum angeordnet, das heißt
im Viereck südlich der Kirche um einen kleinen Garten, Kreuzgarten
genannt.
Die Mönche wohnen in den so genannten Zellen - einfache, schlichte
Wohnräume. Sie enthalten die notwendigen Einrichtungsgegenstände
und dienen auch als Raum für die geistige Arbeit.
Um dieses Zentrum gruppieren sich die für alle Arbeiten wichtigen
Gebäude. Erwähnenswert ist noch die Nikolauskirche mit dem Mönchsfriedhof,
wo alle Mönche seit 1892 bestattet sind. Die Johanneskapelle, in
der Nähe des Waldfriedhofs, wurde um 1864 gebaut, um 1980 restauriert
und mit Glasfenstern von Georg Meistermann versehen.